Der Ort "Frimmersdorf"

Im Tale der Weisach zwischen den leichten Hügeln der Ausläufer des Steigerwaldes liegt in reizvoller Umgebung Frimmersdorf.

Um 1100 findet sich der Ort erstmals als Frimmerheresdorf (Dorf des Fridmar) in einer Urkunde. Die Edelfreie Berta schenkt ihr Eigengut in Dorf mit dem beiliegenden Wald dem Kloster Michelsberg. Dieses Allod kann durchaus auf ein ehemaliges Königsgut zurückgehen, wenn die Urkunde auch nur davon spricht, dass das Gut "groß wie eine Königshufe" gewesen sei. Wann das Kloster Michelsberg diesen Besitz (den es noch im 12. Jahrhundert durch den Erwerb von elf Höfen in Ober- und Unterwinterbach erweiterte) schließlich wieder verlor, ist nicht auszumachen, wie überhaupt die mittelalterliche und frühneuzeitliche Besitzgeschichte von Frimmersdorf sehr im Dunkeln liegt.

1317 erfahren wir aus den Würzburger Lehenbüchern, dass die Ritter Johannes und Konrad von Paris (letzterer auch in Unterwinterbach begütert) den Zehnten in Mark und Dorf als Würzburger Lehen innehaben. Ob Frimmersdorf, wie v. Guttenberg, vermutet, hinter dem Frumoldesbach zu suchen ist, wo Domkapital nach den Anniversarien des 13. und 14. Jahrhunderts fünf Unzen als Servitenstiftung Bischoft Hartwigs einzunehmen hat, scheint fraglich, zumal diese Gefälle auch in der Folgezeit nicht erwähnt sind.

1339 erwirbt das Kloster St. Theodor eine Hufe von den v. Thünfeld. Einen halben Hof hatten hier auch die Ministeralen von Lonnerstadt inne, den sie 1390 den Grafen von Castell zu Lehen auftragen.

1442 bewilligt dann König Friedrich III. Graf Wilhelm von Castell den Verkauf reichslehenbarer Güter zu Elsendorf und Frumerstorf, womit sicherlich Frimmersdorf gemeint ist. Wie sich aber hier Reichslehen ergeben konnten, ist bisher nicht geklärt.

Auch die zollerschen Markgrafen besaßen hier Zehntanteile, die um die Mitte des 15. Jahrhunderts drei Malter Getreide ausmachten.

Bereits im 15. Jahrhundert erwerben Nürnberger Geschlechter Grundherrschaft und Vogteirechte im Frimmersdorf und von dem nürnbergischen Rittergut Rezelsdorf wurde hier die Dorfherrschaft wahrgenommen. Auf den Einfluss nürnbergischer Herrschaft ist es zurückzuführen, dass der Ort in der Reformationszeit aus dem Pfarrverband Höchstadt gelöst wurde und zur neugebildeten protestantischen Pfarrei Lonnerstadt kam.

Der Besitz der acht Herrschaften, die sich am Ende des Alten Reiches in Frimmersdorf teilten, lässt sich mit ziemlicher Sicherheit auf das um 1100 verschenkte Eigengut zurückführen, das in der Folgezeit aufgespalten wurde, haben doch alle diese Herren auf ihrem Besitz das Vogteirecht und die niedere Gerichtsbarkeit inne.

Die Hohe Gerichtsbarkeit teilten sich die Cent Höchstadt und die castellsche Cent Burghaslach, wobei, wie so häufig ein Gewässer, die Weisach, die Centgrenze bildete. Aus den Vogteirechten (die ihrerseits wieder auf die alten allodialen Herrschaftsrechte zurückgingen) bildete sich nach Anfall des Ortes an Bayern (1803/06) die Patrimonialgerichtsbarkeit von fünf Herrschaften über einzelne Güter, bis diese Relikte mittelalterlicher Adelsherrschaft 1830 bzw. 1848 an das Landgericht Höchstadt übergingen.

Heute zählt die frühere Gemeinde Frimmersdorf bestehend aus den Ortsteilen Unterwinterbach und Weickersdorf rund 480 Einwohner.

Im Zuge der Gemeindereform wurde eine größere Verwaltungseinheit angestrebt. Ab 1974 schloss sich die Gemeinde Frimmersdorf mit den Ortsteilen Unterwinterbach und Weickersdorf zur Gemeinde Weisachgrund zusammen. Dieser Ortsverband wurde 1978 im Zuge der Gebietsreform mit der Markt-Gemeinde Vestenbergsgreuth zusammengeführt, diese Ortsgemeinschaft nennt sich nun Markt-Gemeinde Vestenbergsgreuth.


Das Vereinsleben in Frimmersdorf ist in den letzten Jahre stetig gewachsen, 1973 Gründung der Schützengilde Frimmersdorf e. V., 1980 Gründung des 1. FC Frimmersdorf und zu guter letzt 1996 der Obst- und Gartenbauverein Frimmersdorf und Umgebung.